Gerade wenn es um die Anlage des eigenen Geldes geht, reagieren Menschen sehr sensibel. Ohne spezielle Ausbildung ist es nur sehr schwer möglich, die täglich auf uns hereinschneiende Angebots- und Informationsflut des Kapitalmarktes zu durchschauen und zu verstehen. Doch bevor ein interessierter Privatanleger vorschnell investiert, sollte er mit den Grundregeln und der Funktionsweise des Kapitalmarktes vertraut sein.
Der Studentische Börsenverein agiert hierbei als unabhängiger Informationsvermittler. Dabei sollen sowohl die Chancen als auch die mit einer Aktienanlage verbundenen Risiken dargestellt werden.
Der Studentische Börsenverein Magdeburg e.V., im Frühjahr 1994 durch elf Studenten ins Leben gerufen, gehört nun schon seit fünf Jahren zum festen Bestandteil des Universitätslebens. Mit über 100 Mitgliedern sind wir nicht nur die größte, sondern auch aktivste Vereinung von „Hobbybörsianern“ weit über die Grenzen von Sachsen-Anhalt hinaus.
Wir versuchen, sowohl für den Anfänger als auch für den fortgeschrittenen Börseninteressenten ein attraktives und interessantes Veranstaltungsprogramm zusammen zu stellen.
Zu Beginn jedes Semesters gibt der Verein einen Kalender heraus, der über das Programm der kommenden Monate informiert. So laden wir zu aktuellen Themen hochkarätige Referenten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft aus ganz Deutschland zu Abendvorträgen und Seminaren ein. Darüber hinaus organisieren wir Unternehmens- und Börsenbesuche sowie Fahrten zu Anlegermessen und Hauptversam- lungen. Auch im vergangenen Jahr war unsere Angebotspallette für börsen-interessierte wieder bunt gemischt. Unsere Abendvorträge zum Beispiel zu den Themen US-amerikanischer Kapitalmarkt, die Analysestrategien des Anlegermagazins BÖRSE ONLINE, Altervorsoge mit Aktien und Strategische Vermögensplanung waren mit ca. 100 Gästen auf breites Interesse gestoßen. Wer Lust hatte, fuhr mit uns nach Zwickau zur Unternehmensbesichtigung und Präsentation der Sachsenring AG oder begleitete uns auf unserer zweitägigen Fahrt zur Finanzmetropole Frankfurt.
Immer größerer Beliebtheit erfreuen sich unsere regelmäßigen Börsentreff’s. Dazu legen wir kurzfristig aktuelle Themen „rund um die Börse“ fest, die in einem zwanglosen Meinungsaustausch diskutiert werden.
Diese Veranstaltungen sind für alle Bürger kostenfrei zugänglich, wobei bei begrenzter Teilnehmerzahl Vereinsmitglieder vorrangig berücksichtigt werden.
Außerdem stehen unseren Mitgliedern zusätzlich zahlreiche Börsen- zeitschriften, Börsenbriefe und Analyseprogramme, wie auf den folgenden zwei Seiten beschrieben, zur Verfügung.
Derzeit zählt der Börsenverein 102 Mitglieder. Darunter sind aber nicht nur Studenten, wie der Name vermuten läßt,
sondern auch interessierte Privatpersonen und Vertreter renommierter
Unternehmen, die den Verein als Anlaufpunkt zur Informationsgewinnung wählen bzw. unsere Arbeit unterstützen.
Gerade in den letzten Jahren hat die Aktie auch in Deutschland sei als Form der Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen oder bei Privatanlegern zum langfristigen Vermögensaufbau enorm an Bedeutung gewonnen. Schon allein aus iesem Grund besteht ein hoher Aufklärungsbedarf.
Darüber hinaus versuchen wir die Theorie der Universität mit der Praxis zu verbinden, sei es im Finanzbereich oder durch die Übernahme von organisatorischen Aufgaben. Je nach Vorstellungen und Wünschen kann sich jeder im Verein engagieren und die eigenen Interessen und Ideen einbringen.
Natürlich kommt bei uns das Vereinsleben ebenfalls nicht zu kurz. So organisieren wir kleine Grillabende oder eine Weihnachtsfeier, so daß man neben den fachlichen Aspekten auch gleichgesinnte Leute kennenlernt, um gemeinsam Wissen zu erlangen, anzuwenden und auszubauen.
Dabei ist es uns besonders wichtig darzustellen, dass wir kein Invest-mentclub oder ein Verein von Spekulanten sind. Wer die Vorteile des Vereins nutzen möchte, kann bei uns für 5 DM im Monat Mitglied werden. Es besteht keine Mindestmitgliedschaft.
Der Studentische Börsenverein Magdeburg e.V. ist seit 1995 Mitglied im Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH), zu dem mittlerweile 52 Vereine mit ca. 6000 Mitgliedern gehören und somit die größte Studentenorganisation in Deutschland ist. Alle Vereinsmitglieder haben die Möglichkeit, die Mitgliedszeit-schrift „Aktienkultur - BVH-News“ kostenlos zu beziehen.
Neben dem 1. und 2. Magdeburger Börsentag in den Jahren 1997 und 1999, die zweifelsohne zu den Höhepunkten unser bisherigen Vereinsgeschichte zählen, organisierten wir ein EWU-Symposium, an dem wir unter anderem Herrn Wolfgang Schäfer, Finanzmister Sachsen-Anhalt, und Herrn Horst Langenfeld, Vizipräsident der Landeszentralbank von Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, begrüßen konnten.
Mit diesem Jahresbericht möchten wir allen Lesern ein Stück unserer Vereinsarbeit vorstellen und gleichzeitig das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Außerdem diskussieren und kommentieren wir aktuelle Themen des Kapitalmarktes.
Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann kommen Sie uns einfach zu einer unserer nächsten Veranstaltungen besuchen. Sie können natürlich auch per Telefon oder Internet Kontakt mit uns aufnehmen.
Informationen bilden die Grundlage jeder Aktienentscheidung. Um sich einen umfangreichen und unabhängigen Überblick über das Kapitalmarktgeschehen zu verschaffen und eigene Analysen durchzuführen, steht den Mitgliedern des Börsenvereins umfangreiches Material an finanzwirtschaftlichen Zeitungen und Zeitschriften, Börsenbriefen sowie Fachliteratur zur Verfügung. Je mehr verschiedene Meinungen man seiner Analyse zu Grunde legt, desto wahrscheinlicher ist ein erfolgreiches Börsenengagement. Informationen sind nicht nur das Monopol weniger Researchspezialisten in den Banken, sondern auch die Grundlage unserer Vereinsarbeit.
Folgende Tageszeitungen stehen zur Verfügung:
-Frankfurter Allgemeine Zeitung
- Börsen-Zeitung
Folgende Zeitschriften stehen zur Verfügung:
- Aktienmärkte (Landesbank Baden-Württemberg)
-Aktienkultur und BVH-News
- Anlagefocus (BfG-Bank)
- Anlegerperspektiven (HypoVereinsbank)
- Börse Online
- Der Aktionär
- Das Wertpapier
- Der Wirtschaftsspiegel
- Finanztest (Stiftung Warentest)
- Going Public-Neuemissionsmagazin
- Kapitalmarktperspektiven
- Monats- und Jahresberichte der Deutschen Bundesbank
- Monats- und Jahresberichte der Europäischen Zentralbank
- Presseartikel der Deutschen Bundesbnk
- Reden der Wirtschaft
- Rentenmärkte (Landesbank Baden-Württemberg)
- Vision & Money (Deutsche Börse AG)
- Vermögensanlage
Aktuelle Geschäftsberichte:
-DAX-Unternehmen
- MDAX-Unternehmen
- SDAX-Unternehmen
- Neuer-Markt-Unternehmen
- Ausgewählte ausländische Unternehmen
Folgende Börsenbriefe sind nutzbar:
-Die Aktienbörse
- Der Aktionärsbrief
- Der AktionärsReport
- Citibank Optionsscheinreport
- Citibank Optionsschein Nachichten
- Magdeburger Börsenbrief
Folgende Bücher sind ausleihbar:
- Aktiencrash
- Anlageerfolg durch gesunden Menschenverstand
- Börsenanalyse mit dem Computer
- Chancengemeinschaft - Deutschland braucht die Aktie
- DAI-Factbook
- Das große Buch der Optionsscheine
- Das große Buch der technischen Indikatoren
- Das kleine Börsenlexikon
- Derivate Finanzinstrumente - Nutzen und Risiken
- Die Börsenhändler
- Die Geldpolitik der Bundesbank
- Die Tricks der Floor-Trader
- Elliot-Wave - Die wiederkehrenden Wellen als Philosophie
- Gedanken eines Kleinspekulaten
- Fundamentale Aktienanalyse
- Kostolanys Börsenseminar
- Mehr Geld verdienen mit Aktien
- Optionen und Futures verstehen
- Risikomanagement mit Zins-Futures und Futuresoptionen
- Shareholder value
- Was Gewinnern von Verlierern unterscheidet
- Wer gehört zu wem?
- Wie verdiene ich am Euro?
- Zugang zum US-Kapitalmarkt für deutsche Aktiengesellschaften
Elektronische Medien:
- Internet-Zugang
- Market-Maker-Analyse-Software
(Ein Programm zur charttechnischen Aktienanalyse)
Damit dieses umfangreiche Angebot jederzeit zugänglich ist, erhält jedes Mitglied einen Schlüssel für den Vereinsraum.
- Michael Kersten, MLP Magdeburg
- Berndt Schulz, Dresdner Bank Magdeburg
- Dr. Franz Josef Leven, Deutsches Aktieninstitut Frankfurt
- Dr. Burghard Pahnke, Deutsches Aktieninstitut Frankfurt
- Matthias Reiner, Dresdner Bank Frankfurt
- Cecilé Marbeau, Citibank Frankfurt
- Brigitte Jasmund, Pioneer München
- Kai Malecha, Stadtsparkasse Magdeburg
- Heinz Weyershäuser, DG Bank Frankfurt
- Prof. Dr. Gerhard Schwödiauer, Universität Magdeburg
- Dr. Ralp Solveen, Commerzbank Frankfurt
- Dr. Joachim Ragnitz, Institut für Wirtschaftsforschung Halle
- Beate Tietze, Nachichtenradio MDR-Info
- Manfred Jacob, BfG-Bank Frankfurt
- Gereon Kruse, BÖRSE ONLINE
- Georg Breu, BÖRSE ONLINE
- Sebastian Podporowski, SBM
- Marko Ehlebe, SBM
An dieser Stelle möchten wir allen Referenten und Referentinnen für Ihren Einsatz und Ihr Engagement danken. Nur mit deren Hilfe war es uns möglich, so ein interessantes, attraktives und anspruchsvolles Vortragsprogramm aufzustellen.
Wir hoffen auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.
Im Fernsehen sieht man täglich in den Nachrichten Reporter live vom Börsenparkett berichten. Aber man muß nicht Journalist sein, um an der Frankfurter Wertpapierbörse auf dem Parkett dabei zu sein. Es genügte, sich uns auf unserer Frankfurt-Exkursion anzuschließen. Für den zweiten und dritten Dezember 1999 hatten wir uns folgende drei Ziele vorgenommen:
- Frankfurter Wertpapierbörse
- Handelszentrum der Deutschen Bank
- Europäische Zentralbank
Die Stadt Frankfurt, wurde in einer groß angelegten Studie von 800 Managern – nach London - zum bevorzugten Standort für Unternehmenshauptquartiere, erklärt. Das zeigt warum Frankfurt - auch Mainhattan genannt- zu Recht Deutschlands Finanzmetropole Nummer Eins ist. Jede Deutsche Großbank hat dort mittlerweile einen Tower, jeder Finanzdienstleister, der etwas auf sich hält, dort mindestens ein Büro. Es ist eine Konkurrenz ausgebrochen zu, getreu dem Motto: Wer hat den höchsten Wolkenkratzer?!. Derzeit schießt die Commerzbank dank ihrer 20 Meter langen Antenne mit 299 Metern am höchsten hinaus.
Viel Geschrei um viel Geld
So hektisch stellt man sich das Börsengeschehen live auf dem Parkett in Frankfurt vor: Händler schreien ihr Angebote, wedeln wild mit den Händen und geben sich Zeichen, deren Verständnis für Außenstehende eher gering ist.
Wir hatten die Möglichkeit, von der Besuchergalerie aus in der ersten Etage das Geschehen vor Ort zu beobachten. Dabei stellten wir fest, dass sich das oben beschriebene Bild in Wirklichkeit nur noch selten bietet. Niemand der schrie und hektisch hin und her rannte. Die Händler waren ruhig, eben gelassen. Das ist dennoch nicht nur auf die freitägliche Wochenendstimmung zurückzuführen.
Durch die Einführung der elektronischen Handelsplattform XETRA 1997 wird ein immer größerer Teil der Präsenzbörse auf dieses Computersystem verlegt. Aller Voraussicht nach soll der gesamte Parketthandel noch in diesem Jahr völlig abgeschafft werden und damit auch ein Teil Börsenkultur.
Obwohl in Deutschland das Thema Aktie und Börse erst mit dem Going-Public der Deutschen Telekom 1996 populär wurde, hat die Frankfurter Wertpapierbörse eine lange Tradition, die bis zum Jahre 1558 zurückreicht. Damals ermöglichte die Kleinstaaterei in Deutschland mit ihren vielzähligen und unterschiedlichen Währungen mit freien Wechselkursen Wucher und Betrügerei. Um dem ein Ende zu bereiten, trafen sich ab 1558 die Kaufleute in der Metropole, um die Wechselkurse festzusetzen und regelmäßig zu aktualisieren. Das war die Geburtsstunde einer Börse, die im internationalen Vergleich an vierter Stelle, hinter der New York Stock Exchange, der National Association of Securities Dealers Automated Quotation (Nasdaq) und Tokyo genannt wird.
75 Prozent der Gesamtumsätze aller deutschen Börsen werden in Frankfurt gemacht. Die restlichen 25 Prozent entfallen auf die Regionalbörsen in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Bremen, Düsseldorf sowie Hannover.
Ein großer Teil dieses Erfolges geht auf das Konto der Deutschen Börse AG, deren Aufgabe es ist, die Funktionsfähigkeit des Börsenhandels sicherzustellen. Sie organisiert den Handel auf dem Kassa- und dem Terminmarkt, sorgt für die Abwicklung der dort abgeschlossenen Geschäfte und machte sich durch die Entwicklung des Computersystems XETRA und der EUREX (Europäische Terminbörse) einen Namen.
Einen Höhepunkt stellt die Einführung des “Neuen Marktes”, dem Marktsegment für junge wachstumsstarke Unternehmen, am 10 März 1997 dar.
Das Handelszentrum der Deutschen Bank
Am Commerzbankgebäude entlang, Richtung Norden, einfach den Eingang zum Gebäude der Deutschen Bank nehmen, vorbei am Empfang, einsteigen in den Fahrstuhl, hochfahren bis in die 18. Etage, den Flur geradeaus gehen dann rechts abbiegen und schon waren wir da- im Handelszentrum.
Charlie Sheen machte es in dem Film “Wallstreet” vor, wie es ist, vor einer Vielzahl von Bildschirmen zu sitzen, gleichzeitig mit sechs anderen Informanten zu telefonieren, sekundenschnell auf Marktinformationen zu reagieren und einen Riesenberg Geld zu bewegen. Genau das ist eben auch der Alltag der 750 Wertpapierhändler im Handelszentrum der Deutschen Bank.
Auf zwei Etagen werden Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Devisen, Derivate und Edelmetalle/Commo-dities gehandelt.
Wir nutzten die Gelegenheit, uns das Geschehen dort ganz genau anzuschauen. Von der zweiten Plattform aus, auf der wir standen, konnten wir den gesamten Handel dort unten in der ersten Etage des Traderfloors beobachten. Während neben uns eine Live Übertragung für den Morgenbericht von n-tv gedreht wurde, erklärte uns Herr Thorsten Minker (Deutsche Bank) den grundlegenden Aufbau und die Funktionsweise des Handelszentrums.
Der offizielle Teil des Tages wurde durch eine Stadtrundfahrt beendet. Nun hieß es noch Sachsenhausen’s berühmtes Kneipenviertel auszutesten, bevor wir erschöpft in die Jugendherbergsbetten fielen, um wieder frisch zu sein für den Besuch bei der Europäischen Zentralbank am kommenden Tag.
Zinspoker der Europäische Zentralbank
Wie funktioniert das denn nun mit der Zinsschraube und der Europäischen Zentralbank? Welche Rolle spielt dabei die Deutsche Bundesbank? Solche und ähnliche Fragen konnten wir uns bei einem Besuch direkt in der Europäischen Zentralbank im Euro-Tower bei einem Vortrag mit anschließender Frage– und Diskussionsrunde beantworten lassen.
Die Europäische Zentralbank ist Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken der Europäischen Union. Neben der eben genannten gehören dazu auch die nationalen Bundesbanken der 15 Mitgliedsstaaten.
Die Ankündigungen von Zinserhöhungen der EZB versetzen die Aktienmärkten regelmäßig in Angstzustände. Doch darauf kann die Politik im Euro-Tower keine Rücksicht nehmen, denn das Ziel der europaweiten Preisstabilität hat absoluten Vorrang. Steigende Produzenten- bzw. Konsumentenpreise, verursacht durch eine wachsende Konsum- und Investitionsneigung, bringen Inflation. Genau diese verursacht hohe Kosten und muß deswegen verhindert werden. Deflation (drastische sinkende Preise) ist aber ebenfalls nicht wünschenswert. Und genau hier in dem Mittelweg setzt die Arbeit der Europäischen
Zentralbank ein. Um diese Ziele durch zusetzen, steht der EZB ein Instrumentarium zur Verfügung, das neben der Zinssteuerung zur Refinanzierung der Banken ( Diskontzinssatz, Lombardzinssatz und dem Zinssatz für Wertpapierpensionsgeschäfte) auch noch die Mindestreservesteuerung für Kreditinstitute umfaßt.
Das wichtigste Instrument ist hierbei zur Zeit im Rahmen der Offenmarktpolitik der Zinssatz für Wertpapierpensionsgeschäfte. Kreditinstitute können sich zu diesem Zinssatz kurzfristig über Bietungsverfahren (Mengentender, Zinstender) Geld gegen Übergabe von Wertpapieren mit einer Vereinbarung über die spätere Rücknahme ausleihen (Pension). Diskont- (Ankauf von Wertpapieren zu einem festgelegten Zinssatz) und Lombardgeschäfte (Kreditgewährung gegen Wertpapierleihe) spielen in der EZB-Politik momentan eine untergeordnete Rolle. Mit diesen kurzfristigen Instrumenten möchte die EZB über entsprechende Übertragungskanäle Einfluß auf die langfristigen Zinssätze nehmen, um so die Preisstabilität zu gewähren und somit künftigen Inflationsgefahren entgegenzuwirken.
Und das die Europäische Zentralbank ausgerechnet in Frankfurt steht, sollte die Rolle Deutschlands als einer der weltweit führenden Finanzplätze glaubhaft unterstreichen.
Für die Hilfe insbesonders bei der Organisation und der Durchführung dieser Fahrt möchten wir uns bei dem Fachschaftsrat, speziell Stefanie Ott, und bei dem Land Sachsen Anhalt für die finanzielle Unterstützung bedanken.
Ein besonderer Dank gilt unseren Förderkreismitgliedern
MLP - Finanzdienstleistungs AG Magdeburg
&
Stadtsparkasse Magdeburg
sowie bei den sonstigen Unterstützern des Vereins:
Citibank AG Frankfurt und Magdeburg
Institut für Wirtschaftsforschung Halle
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Commerzbank AG Frankfurt und Magdeburg
Dresdner Bank AG Frankfurt und Magdeburg
DG-Bank Frankfurt, Volksbank Magdeburg eG
Comdirekt-Bank AG, Stadtsparkasse Magdeburg
Market Maker AG, Actior Trading Center Magdeburg
Deutsches Aktieninstitut Frankfurt, BÖRSE ONLINE
Direkt Anlage Bank, Investmentfonds Frank Löber Magdeburg
Vereins- und Westbank AG Magdeburg, BfG-Bank AG Frankfurt
Wir bedanken uns ebenfalls bei unseren Ehrenmitgliedern Herrn Dr. Rainer Patzsch und Herrn Claus Isert für deren Hilfe und Unterstützung unserer Vereinsarbeit.
Des weiteren gilt unser Dank allen aktiven Mitgliedern die durch ihr Engagement den Börsenverein zu einer der lebendigsten Studenteninitiativen in Deutschland macht.
Das Jahr 1999 wird den deutschen Börsianern lange in Erinnerung bleiben. Der DAX beendete den Handel mit einem Schlussrekord von 6958,14 Punkten, was einem stolzen Anstieg von 39 Prozent entspricht. Doch eigentlich begann das Börsenjahr 1999 erst Ende Oktober, denn bis dahin schwankte der DAX lediglich um das Jahresanfangsniveau. Das war vor allem auf die neue deutsche Regierung zurückzuführen, der es an einem klaren Konzept mangelte. Besonders die Weisheiten des Weltökonomen von der Saar verhagelten die Stimmung im ersten Quartal. So entwickelte sich zunächst ein erheblicher Abstand zu den anderen europäischen Leitindizes.
Mit dem plötzlichen Rückzug Lafontaines ins Privatleben und der Ernenung des neuen Finanzministers Hans Eichel kamen neue Hoffnungen auf eine erfolgreichere Wirtschaftspolitik auf, die dem Deutschen Aktienindex wieder neuen Schwung gaben. Im weiteren Jahresverlauf schwankte er in der Spanne von 4950-5550.
Doch plötzlich - im Oktober - verflüchtigte sich die Angst vor dem bevorstehenden Jahrtausendwechsel. So stieg das Börsenbarometer innerhalb weniger Wochen um über 1500 Punkte und lies sämtliche Expertenmeinungen zur Makulatur werden. Aber das sollte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Die Bestätigung des Bundesfinanzministeriums, dass Gewinne aus der Veräusserung von Beteiligungen ab dem Jahr 2001 nicht mehr steuerpflichtig seien, schlug wie ein wie eine Bombe. Davon können vor allem Gesellschaften mit hohem Beteiligungsbesitz profitieren, insbesondere Banken und Ver-sicherungen, die den DAX in der nachfolgenden Zeit zu neuen Höchstständen beflügelten.
Mit einem Schlußstand von 6958,14 Punkten wurde das Jahr 1999 für die Aktionäre doch noch zu einem überaus erfolgreichen Jahr. Dabei waren die Rahmenbedingungen nicht besonders günstig gewesen.
Wiedererwarten konnte der kräftige Zinsanstieg am Rentenmarkt die Aktienkurse nicht bremsen. So stieg die Rendite der 10jährige Bonds von 3,87 Prozent auf 5,35 Prozent. Umso erstaunlicher, dass gerade die zinssensitiven Werte gut abschneiden konnten. Überdurchschnittlich performten die Deutsche Telekom und der Telekom-munikationsspezialist Mannesmann, die sich aufgrund von Übernahme- und Fusionsspekulationen seit Jahresbeginn mehr als verdoppelten, sowie der Technologiekonzern Siemens, der durch die Umstrukurierungsmaßnahmen und den geplanten Börsengängen von Tochtergesellschaften die Anleger überzeugen konnte. Auf der anderen Seite enttäuschten Auto-mobiltitel und Versorger. Letzterehatten vor allem unter der Atomausstiegsdebatte zu leiden. Der Jahresverlierer Metro kämpfte hart mit dem aggresiven Einstieg der amerikanischen Wal-Mart Kette in den deutschen Markt.
Auch 1999 gab Amerika die Richtung vor. Während der Dow-Jones-Index um gut 25 Prozent kletterte, verteuerten sich die Technologie dominierten Nasdaq-Werte um durchschnittlich 85 Prozent. Im Sog der amerikanischen Wachs-tumsbörse zog auch der Frankfurter Neue Markt um 66 Prozent bis auf 4552,45 Punkte an.
Seit dem 4. Januar 1999 notieren alle Börsenwerte an Deutschlands Kapitalmärkten in Euro. Die Währung selber startete mit einem Dollar/Euro-Kurs von 1,15. Der Euro kam im Verlauf des Jahres wegen der im Vergleich zur USA schwachen konjunkturellen Entwicklung und dem allgemeinen Mißtrauen in die neue europäische Währung gehörig unter Druck. Von seinem Höchststand bei 1,18 $ verlor der Euro bis Jahresende 14,4 Prozent und beschloß das alte Jahr mit einem Schlußstand von 1,01 $.
Am 23. Juni 1999 besuchte der Studentische Börsenverein die Sachsenring AG in Zwickau.
Begrüßt wurden wir von der Pressesprecherin Frau Günther, die uns an einem Modell des Betriebsgeländes die Lage der einzelnen Gebäude beschrieb und kurz auf die lange Tradition des Unternehmens einging.
Ursprünglich ist Sachsenring aus den Horch Werken entstanden, welche später zu Auto Union (Audi) gehörten. Noch vor dem Krieg wurde Audi in Zwickau dann wegen drohendem Konkurses von der DKW übernommen. Nach dem zweiten Weltkrieg kam dann die Verstaatlichung und die Fertigung des uns allen bekannten Trabants begann. Heute sind die meisten alten Hallen abgerissen und durch Neubauten ersetzt.
Die Sachsenring AG ist Zulieferer der Automobilindustrie und fertigt just-in- time Komponenten wie Achsen, Bremssysteme, Unterböden für Polo, A-Säulen für Golf sowie Anbau- und Außenhautkomponenten für Audi, Seat, Skoda und VW-Mosel, das nur ca. zehn Minuten entfernt ist. Außerdem fertigen die Sachsen noch Fahrgastzellen aus Aluminium für Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge. Diese Fahrerhäuser wurden komplett selbst konstruiert und gefertigt. Das Modell bestand alle Crashtests nach DIN und ist außerdem 800 kg leichter als das herkömmliche Modell. Während der Betriebsbesichtigung konnten wir uns die Produktionsschritte der einzelnen Komponenten einmal ganz genau anschauen.
Im zweiten Teil unseres Besuches machte uns Frau Cathrin Schmalfuß, Assistentin des Vorstandes, mit den Kennzahlen und notwenigen Rahmendaten und der zukünftigen strategischen Entwicklung des Zwickauer Automobilzulieferers vertraut. Das Unternehmen untergliedert sich in die drei Teilbereiche Fahrzeugtechnik, Produktionstechnik und Forschung und Entwicklung.
Sachsenring hat in den letzten Jahren Unternehmenszukäufe getätigt wie das Zentrum Mikroelektronik Dresden GmbH und Trasco Fahrzeuge GmbH. Letzteres ist spezialisiert auf Fahrzeugpanzerung. Vielen sicherlich bekannt, ist der gepanzerte Trasco Mercedes, der Eduard Schewardnadse bei einem Terroranschlag das Leben rettete. Betont wurde dabei auch die Flexibilität und Vielseitigkeit der Produkte, wobei auf fast jeden Kundenwunsch eingegangen werden kann.
Über viele Sachen durfte Frau Schmalfuß noch nicht reden, da die meisten Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus Gründen des Vertrauensschutzes der Geheimhaltung unterliegen. Wir können aber noch einiges in der Zukunft von Sachsenring hören. Das bisher Geleistete und das Geplante für die nächsten Jahre war sehr beeindruckend. So hat z.B. die Sachsenring AG eine Panzerung für Mittelklasse Pkw entwickelt, die sieben mal so leicht ist wie vergleichbare Konkurenzprodukte, aber trotzdem alle Beschusstests standhielt.
Nur schwer erklären konnte sich Frau Schmalfuß die doch relativ bescheidene Performance der Sachsenring-Aktie am Neuen Markt. Sie erzählte ebenfalls über den teilweise ziemlich schwierigen Umgang mit Analysten und Journalisten, mit denen das Unternehmen seit dem Going Public konfrontiert ist.
Abschließend möchten wir uns nochmal recht herzlich bei der Sachsenring AG, insbesondere bei Frau Günther und Frau Schmalfuß bedanken.
Mit der zunehmenden Globalisierung der Märkte und der damit verbundenen Bedeutung des internationalen Kapitalmarktes zur Aufnahme von Eigenkapital wird das Thema der Harmonisierung der Rechnungslegung sehr intensiv diskutiert.
Immer mehr Unternehmen streben eine Listung am liquidesten und bedeutesten Kapitalmarkt - dem US-amerikanischen Kapitalmarkt - an. Gleichzeitig steigt das Interesse privater und institutioneller Anleger an der Geldanlage in Aktien. Unternehmen müssen nun um die Gunst der Anleger und das knappe Kapital buhlen. Dabei stehen deutsche Unternehmen in direkter Konkurrenz zu amerikanischen und anderen internationalen Gesellschaften.
Bei der überragenden Bedeutung des Kapitalmarkts für die Wirtschaft stellt sich nun die Frage, ob internationale Rechnungslegungs- und Offenlegungsunterschiede die Anlageentscheidung beeinflussen können.
Eine Befragung von 52 Kapitalmarktteilnehmern darunter vor allem institutionellen Anleger und Emissionsbanken im Rahmen einer Studie von Choi / Levich (1991) ergab, daß etwa die Hälfte der Befragten ihre Entscheidung durch Rechnungslegungsunterschiede beeinflußt sehen. Aufgrund verschiedener Rechnungslegungskonzepte ergeben sich bei der Bilanzierung unter anderem Unterschiedliche im Gewinn und im Eigenkapital einer Gesellschaft.
Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang die Überleitung des Konzernabschlusses vom deutschen Handelsrecht nach US-GAAP im Rahmen des Börsenganges der Daimler Benz AG an der NYSE im Jahre 1993. Allein im Gewinn wurde aufgrund unterschiedlicher Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften aus einem Jahresüberschuß von Mio DM 602 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von Mio DM 1.839.
Diese Unterschiede entstehen aus den unterschiedlichen Rechnungs-legungsverständnissen, die sich aufgrund des jeweiligen sozio-kulturellen Umfeld, dem Rechtssystem und dem Steuersystemen des Landes oder des Wirtschaftsgebietes entwickelten. So ergeben sich vor allem Unterschiede in der Bilanzierung und Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen, der Bildung von Rückstellungen, bei der Behandlung des Geschäfts- und Firmenwertes sowie bei der Gewinnrealisierung, insbesondere bei der langfristigen Auftragsfertigung. Primäre Aufgabe des deutschen Jahresabschlusses ist die Gewinn-ermittlungs- und Aus-schüttungsbemes-sungsfunktion. Es soll der umsatzbe-zogene, verlustantizipierende und ausgeprägt objektivierte Gewinn ermittelt und ausgewiesen werden, der unter Beachtung der Vorsicht dem Unternehmen entzogen werden kann, ohne die Substanz also das haftende Eigenkapital zu gefährden.
Primäres Ziel des “Financial Reporting” in den USA ist die Bereitstellung von relevanten unter-nehmensspezifischen Informationen zur Entscheidungsfindung sämtlicher Interessenten, die wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen haben. Dabei sollen die Informationen dem Adressaten den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sowie das mit der Entscheidung verbundene Risiko aufzeigen.
Sind die Anleger in der Lage, die Auswirkungen verschiedener Ansatz- und Bewertungsvorschriften, die Auswirkungen wirtschaftlicher, kultureller und institutioneller Unterschiede und die verbleibenden real-ökonomischen Merkmale eines Unternehmens zu verstehen?
Von entscheidender Bedeutung ist dabei der Prozeß der Anlageentscheidung. Bereits in den 50er Jahren wurde von Harry Markowitz die damals wie heute revolutionäre Erkenntnis getroffen, daß bereits eine geringe Anzahl von verschiedenen Aktien das Risiko des Gesamtportfolios deutlich reduziert, wenn die Aktienkurse nicht vollständig positiv miteinander korrelieren.
Eine reine fundamentale oder technische Aktienanalyse zur Beurteilung einzelner Aktien hinsichtlich ihrer Unter- bzw. Überbewertung genügt der modernen Investmentanalyse nicht mehr. Im Mittelpunkt steht nunmehr die Portfolio-Analyse, bei der anstelle der individuellen Aktie nun die Auswirkungen im Bezug auf Risiko und Ertrag bei Hereinnahme in das Portfolio analysiert werden, wobei ein bestimmter Ertrag mit einem minimalen Risiko erwirtschaftet werden soll bzw. ein maximaler Ertrag bei einer bestimmten Risikobereitschaft. Zu den Analysestrategien zählen neben der Top-Down-Analyse auch die Bottom-Up-Analyse und die Index-Strategie. Innerhalb dieser Methoden kann man zwischen aktiven und passiven Portfolio-Management unterscheiden.
Im Rahmen der Top-Down-Analyse werden zunächst nicht einzelne Aktien oder Aktienmärkte betrachtet, sondern es erfolgt zuvor eine Analyse des internationalen volkswirtschaftlichen Umfeldes zur Prognose der Zinsentwicklung, der Wechselkurse und der Marktentwicklung. Dabei bildet die Rendite-Risikoeinstellung des Investors die Grundlage für die Aufteilung seines Gesamtvermögens zwischen den einzelnen assets (Aktien, Renten, Edelmetalle, Immobilien, Liquidität etc.). Im Anschluß der Aufteilung auf die assets erfolgt darauf aufbauend die Aufteilung in unserem Falle des Aktienanteils auf die einzelnen Länder. Erst im nächsten Schritt wird der Aktienmarkt der jeweiligen Länder analysiert und ein möglichst optimal diversifiziertes Portfolio zusammengestellt. Die Auswahl erfolgt nun anhand der Analyse der Brachen und Unternehmen hinsichtlich Über- und Unterbewertungen sowie hinsichtlich des Zusammenspiels zwischen Aktie und Aktienmarkt im Portfolio. Hervorzuheben ist bei diesem Vorgehen, daß Unterschiede in der Rechnungslegung keinen unmittelbaren Einfluß auf die Aktienauswahl haben, da die konkrete Auswahl und der Vergleich der Aktien auf der jeweilig nationalen Ebene stattfindet.
Die Bottom-Up-Analyse vereinigt die herkömmliche fundamentale Aktienanalyse mit dem modernen Portfolio-Management. Im Gegensatz zur Top-Down-Analyse steht die Analyse einzelner Aktienwerte und ihres Ertrags- und Risikobeitrages in einem Portfolio im Mittelpunkt, wobei keine vorherige Aufteilung des Vermögens auf einzelne Länder erfolgt. Ziel kann zum Beispiel ein international diversifiziertes Portfolio sein, bei den die Vermögensaufteilung nach branchenspezifischen Gesichtspunkten getroffen wird. Auf Grundlage des Renditeziels und der Risikoeinstellung wird eine Anlagestrategie formuliert, wobei als Basis das Capital Asset Pricing-Modell herangezogen werden kann. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, daß aufgrund der Globalisierung der Märkte und der Verknüpfung der Kapitalmärkte, Aktienwerte einer Branche länderübergreifend miteinander in Konkurrenz stehen, wodurch Unterschiede in der Rechnungslegung, sollten diese entscheidungsrelevant sein, Einfluß auf die Kapitalallokation haben können.
Die Index-Strategie basiert auf der Annahme, daß die Marktpreise sämtliche relevanten Informationen reflektieren und durch zusätzliche Analyse keine Überrenditen erzielt werden können. Ziel dieser Methode ist die Duplizierung eines Referenzindices durch Bildung eines Portfolios mit den entsprechenden Gewichten der einzelnen Aktien gemäß des zugrunde liegenden Indices. Da bei dieser Methode lediglich ein Referenzindex abgebildet wird, haben Unterschiede in der Rechnungslegung keinen Einfluß auf die Aktienauswahl.
Die Analyse und Interpretation gesamtwirtschaftlicher, kpitalmarktspezi-fischer, branchenspezifischer und unternehmensspezifischer Daten zur Beurteilung von Aktienkursen wird als fundamentale Aktienanalyse bezeichnet. Eine zentrale Rolle spielt die Bestimmung des inneren Wertes einer Aktie, der im wesentlichen bei Unternehmensfortführung über die Ertragskraft ermittelt wird, also über die dem Anleger künftigen zufließenden Nettoeinnahmen.
Zur besseren Auswertung kann man zwischen quantitative und qualitative Analyse unterscheiden. Die quantitative Analyse befaßt sich mit dem gegebenen Bild des Unternehmens ausgedrückt durch z.B. Kapitalisierung, Gewinne und Dividenden, Vermögen und Verbindlichkeiten und Betriebsstatistik. Die qualitative Analyse betrachtet hingegen die Art des Geschäftes, die individuelle Marktstellung des Unternehmens und die Intensität des Wettbewerbs, Managementqualität, betriebliche Charakteristika und die langfristigen Unternehmens- und Branchenaussichten.
Die Grundlage für die Prognose künftiger Ertragsentwicklungen bilden im allgemeinen der Jahresabschluß bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, dem Anhang, bei Konzernen zusätzlich dem Lagebericht, dem Segmentbericht und einer Kapitalflußrechnung.
Ziel der Jahresabschlußanalyse ist es, durch Aufbereitung und Verdichtung von Informationen zu Kennzahlen entscheidungsrelevante Informationen über die gegenwärtige und künftige wirtschaftliche Lage zu gewinnen und somit Erkenntnisse für den Kauf bzw. Verkauf von Aktien zu erlangen. Diese Analyse ist jedoch nur sinnvoll, wenn die zugrunde liegenden Jahresabschlußinformationen ein zutreffendes Bild über die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens liefern. Diese Aufgabe erfüllt zumindest der deutsche Jahresabschluß nicht, denn die Bilanz soll einen objektivierten und vorsichtsgeprägten ausschüttungsfähigen Gewinn ermitteln.
In der Analyse werden häufig kapitalmarktorientierte Kennzahlen wie das Ergebnis je Aktie, das Kurs-Gewinn-Verhältnis, dem Buchwert je Aktie oder Eigen- bzw. Gesamtkapitalrentabilität verwendet, bei denen direkt Rechnungs-legungsinformationen einfließen, die sich aufgrund unterschiedlicher Rechnungslegungsstandards unterscheiden können. Eine Interpretation und ein länderübergreifender Vergleich muß also immer unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Eine Vereinheitlichung der Rechnungslegung würde in diesem Zusammenhang sinnvoll sein. Jedoch ist immer zu beachten, daß man die Realität und die komplexe ander in Konkurrenz stehen, wodurch Unterschiede in der Rechnungslegung, sollten diese entscheidungsrelevant sein, Einfluß auf die Kapitalallokation haben können.
Die Index-Strategie basiert auf der Annahme, daß die Marktpreise sämtliche relevanten Informationen reflektieren und durch zusätzliche Analyse keine Überrenditen erzielt werden können. Ziel dieser Methode ist die Duplizierung eines Referenzindices durch Bildung eines Portfolios mit den entsprechenden Gewichten der einzelnen Aktien gemäß des zugrunde liegenden Indices. Da bei dieser Methode lediglich ein Referenzindex abgebildet wird, haben Unterschiede in der Rechnungslegung keinen Einfluß auf die Aktienauswahl.
Die Analyse und Interpretation gesamtwirtschaftlicher, kpitalmarktspezi-fischer, branchenspezifischer und unternehmensspezifischer Daten zur Beurteilung von Aktienkursen wird als fundamentale Aktienanalyse bezeichnet. Eine zentrale Rolle spielt die Bestimmung des inneren Wertes einer Aktie, der im wesentlichen bei Unternehmensfortführung über die Ertragskraft ermittelt wird, also über die dem Anleger künftigen zufließenden Nettoeinnahmen.
Zur besseren Auswertung kann man zwischen quantitative und qualitative Analyse unterscheiden. Die quantitative Analyse befaßt sich mit dem gegebenen Bild des Unternehmens ausgedrückt durch z.B. Kapitalisierung, Gewinne und Dividenden, Vermögen und Verbindlichkeiten und Betriebsstatistik. Die qualitative Analyse betrachtet hingegen die Art des Geschäftes, die individuelle Marktstellung des Unternehmens und die Intensität des Wettbewerbs, Managementqualität, betriebliche Charakteristika und die langfristigen Unternehmens- und Branchenaussichten.
Die Grundlage für die Prognose künftiger Ertragsentwicklungen bilden im allgemeinen der Jahresabschluß bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, dem Anhang, bei Konzernen zusätzlich dem Lagebericht, dem Segmentbericht und einer Kapitalflußrechnung.
Ziel der Jahresabschlußanalyse ist es, durch Aufbereitung und Verdichtung von Informationen zu Kennzahlen entscheidungsrelevante Informationen über die gegenwärtige und künftige wirtschaftliche Lage zu gewinnen und somit Erkenntnisse für den Kauf bzw. Verkauf von Aktien zu erlangen. Diese Analyse ist jedoch nur sinnvoll, wenn die zugrunde liegenden Jahresabschlußinformationen ein zutreffendes Bild über die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens liefern. Diese Aufgabe erfüllt zumindest der deutsche Jahresabschluß nicht, denn die Bilanz soll einen objektivierten und vorsichtsgeprägten ausschüttungsfähigen Gewinn ermitteln. wirtschaftliche Situation nicht in einzelne Kennzahlen zusammenfassen kann.
Unabhängig davon, ob Rech-nungslegungsinformationen bei der Entscheidungsfindung des Investors relevant sind, ist es notwendig, die Relevanz der Rechnungslegung hinsichtlich ihres Erklärungsgehaltes von Aktienrenditen zu untersuchen. Hierzu wurden in den letzten Jahrzehnten diverse Regressionsanalysen für Aktienkurse bzw. -renditen durchgeführt.
Sowohl die amerikanische Finanzpresse als auch die SEC, die US-amerikanische Börsenausichtsbehörde, hegt insbesondere gegenüber der deutschen Rechnungslegung ein starkes Mißtrauen, da das Vorurteil besteht, daß deutsche Manager nicht den wirtschaftlichen Erfolg in dem Jahresabschluß ausweisen, sondern den, der in die Unternehmenspolitik paßt. So soll es durch Auflösung stiller Reserven möglich sein, Gewinne auszuweisen, obwohl Verluste erwirtschaftet werden. Dies ist vor allem deswegen interessant, da die NYSE mit der SEC über die Notwendigkeit bzw. die Auflockerung der strengen Anforderungen an die Berichterstattung ausländischer Unternehmen für die Zulassung an der US-amerikanischen Börse diskutiert.
Aus den vorliegenden empirischen Studien ist ersichtlich, daß sowohl das Erfolgsniveau und die Erfolgsverän-derung als auch das Eigenkapital je Aktie und die Eigenkapitalveränderung basierend auf Nicht-US-GAAP-Standards bei vollkonsolidierten Abschlüssen für den Kapitalmarkt bewertungsrelevant sind (Alford et al. 1993; Amir et al. 1993; Harris et al. 1995; Meek 1983). Darüber hinaus läßt sich zeigen, daß der Erklärungsgehalt bei Verwendung des DVFA/SG-Ergebnisses in Deutschland signifikant erhöht werden kann. Bei
Überleitungen des deutschen Abschlusses auf US-GAAP gemäß Formular 20-F der SEC ergibt sich ein differenzierteres Bild. Das Erfolgsniveau ist sowohl auf nationalen Standards als auch übergeleitet signifikant, jedoch ergeben sich aus den Erfolgsveränderungen nach der Überleitung keine zusätzlichen Informationen.
Deutliche Unterschiede zeigen sich in der Relevanz des Eigenkapitals. Durch eine Überleitung des Eigenkapitals läßt sich der Erklärungsgehalt signifikant erhöhen. Erste Untersuchungen über Kapitalmarktreaktionen bei einem Wechsel von deutscher Rechnungslegung auf US-GAAP zeigen, auch wenn nur auf einer sehr geringen Datenbasis basierend, daß ein Wechsel in Form positiven Kurs- und Renditeänderungen honoriert wird.
Insgesamt läßt sich feststellen, daß Größen der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflußrechnung und der Segmentbericht-erstattung einen Informationswert für Kapitalmarktteilnehmer haben und somit Rechnungslegung entsprechend bewertungsrelevant ist. Rechnungs-legungsunterschiede können teilweise durch Anpassung der Analysemethoden ausgeglichen werden bzw. spielen erst gar keine Rolle. Ansonsten läßt sich zeigen, daß der Informationsgehalt von Jahresabschlüssen nach US-GAAP und Nicht-US-GAAP für den Investor vergleichbar ist, jedoch durch Überleitungsrechnungen vor allem des Eigenkapitals zusätzliche Informationen bereitgestellt werden.
Aufgrund des großen Publikumszuspruchs auf dem ersten Magdeburger Börsentag 1997, entschied sich der Studentische Börsenverein Magdeburg e. V. (SBM) 1999 erneut ein ganztägiges Informationsforum zum Wertpapier und Börsenwesen zu veranstalten. Nach intensiver Vorbereitung konnte der zweite Magdeburger Börsentag unter der Schirmherrschaft von Herrn Matthias Gabriel, Minister für Wirtschaft und Technologie des Landes Sachsen-Anhalt, wie geplant am 20. November 1999 von 9.30 Uhr bis 18.30 Uhr stattfinden.
Wie auf zahlreichen anderen Veranstaltungen des SBM stand die Förderung der sich langsam entwickelnden Aktienkultur Deutschlands auch diesmal wieder im Vordergrund. Hierbei sollte es nicht nur für Börsenneulinge interessante Informationen zur Geldanlage in Wertpapieren geben, sondern auch die Möglichkeit der Vertiefung und des Ausbaus bereits vorhandenen Wissens bestehen.
Schon vor der offiziellen Eröffnung des Börsentages durch Claudia Beinert, der Vorstandsvorsitzenden des SBM, fanden sich die ersten Besucher im Foyer der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität ein. Der Besucherstrom riß erfreulicherweise im weiteren Verlauf des Tages nicht ab, so daß der Börsentag mit über 1500 Besuchern ein noch größerer Erfolg als 1997 wurde.
Für die stattfindenden Fachvorträge standen ein Hörsaal und ein der Veranstaltung angemessen großer Raum zur Verfügung, welcher sich jedoch bei einigen Vorträgen als zu klein erwies. Davon ließ sich aber keiner der Besucher abschrecken, es wurde kurzerhand ein wenig zusammengerückt und mit zusätzlichen Stühlen ausgeholfen. Das wachsende Interesse am Börsengeschehen und dem damit verbunden Informationsbedarf wurde so regelrecht spürbar.
Neben den Vorträgen, für die wir hochkarätige Referenten aus dem Wirt-schaftsgeschehen ganz Deutschlands gewinnen konnten, standen zahlreiche Informationsstände zur Verfügung. So boten die Volksbank Magdeburg eG, Comdirect Bank, MLP Finanzdienstleistungen AG, Stadtsparkasse Magdeburg, Commerzbank AG, Dresdner Bank Magdeburg, Citibank AG, Invetsmentfonds – Immobilien Frank Löber und der Studentische Börsenverein Magdeburg die Möglichkeit zur individuellen Beratung und zur Beantwortung aller Fragen zum Kapitalmarkt.
Die Referenten stellten sich ebenfalls während und nach ihren Vorträgen bereitwillig für die Fragen der Besucher zur Verfügung. Insgesamt fanden sieben Vorträge zu einem breiten Spektrum an Themen statt. Bei der Zusammenstellung der Vorträge wurde darauf geachtet, daß es jedem Gast möglich sein sollte eines oder mehrere ihn ansprechende Themengebiete zu finden und zu besuchen. Zur Auswahl standen folgende Themen:
- Grundlagenvortrag zur Geldanlage in Aktien (Dr. Burghardt Pahnke)
- Rechte der Kleinaktionäre (Sebastian Podporowski)
- Optionen und Futures Cecilé Marbeau)
- Technische Aktienanalyse (Matthias Reiner)
- Steuerliche Behandlung von Investmentfonds (Kai Malecha)
- Der Neue Markt (Heinz Weyershäuser)
- Geldanlage in Investmentfonds (Brigitte Jasmund)
Leider sagte der Referent der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (Vortrag: Rechte der Kleinaktionäre) am späten Vorabend krankheitsbedingt seine Teilnahme am zweiten Magdeburger Börsentag ab. Um die sich bereits eingefundenen Zuhörer nicht zu enttäuschen übernahm Sebastian Podporowski, Mitglied des SBM, kurzerhand die Funktion des Referenten. Vor allem in Verlauf dieses Vortrags war es den Besuchern möglich gezielt Fragen zu stellen und sich somit aktiv zu beteiligen.
Den krönenden Abschluß des Tages stellte die Podiumsdiskussion dar. Prof. Gerhard Schwödiauer vom Lehrstuhl Wirtschaftstheorie der Universität Magdeburg, Dr. Ralph Solveen, dem Referatsleiter Volkswirtschaft der Commerzbank AG Frankfurt/Main und Dr. Joachim Ragnitz vom Institut fürWirtschaftsforschung Halle diskutierten unter der Leitung von Frau Beate Tietze von Nachrichtenradio MDR Info über die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas zur Jahrtausendwende. Nach einem kurzen Diskussionsbeitrag über die Entwicklung Europas, die Chancen Deutschlands insbesondere Ostdeutschlands und die Möglichkeiten der Globalisierung entbrannte eine spannende Debatte über die Integration der binnenorientierten ostdeutschen Wirtschaft in den Weltmarkt. Insgesamt einigte man sich darauf, dass aufgrund der positiven Konjunkturdaten, getragen vom Exportwachstum und der zunehmenden europäische Binnennachfrage, die Ampel für Deutschland und Europa auf „Grün“ steht.
Im Anschluß an die Podiumsdiskussion ließen alle Mitglieder des SBM, die aktiv zur Organisation und zum erfolgreichen Ablauf des Börsentages beigetragen haben, sowie einige Referenten den Tag bei einem gemütlichem Abendessen im Asteria ausklingen.
Im Rahmen unseres am 20. November veranstalteten Börsentages durfte dieses mit hohem Anlegerinteresse verfolgten Börsensegment in unserer Vortragsreihe natürlich nicht fehlen.
Herr Heinz Weyershäuser, Analyst der DG Bank in Frankfurt/Main, gab hinreichende Informationen allen, bis auf den letzten Platz ausgefüllten Zuhörern.
Noch in diesem Jahr alleine werden mehr als zweihundert Unternehmen den Gang an das junge Börsensegment für wachstumsstarke Technologieunternehmen wagen. Im vergangenen Jahr entschieden sich 131 Companies für ein Going Puplic am Neuen Markt, mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 7.1 Mrd. Dollar. Fraglich ist jedoch, ob nun jeder Kleinbetrieb, der sich in eine Kapitalgesellschaft firmiert hat, sein Unternehmen an der Börse “vergolden” kann!
Bevor eine Gesellschaft eine Notierung am Neuen Markt aufnehmen darf, sind die sogenannten Zulassungskriterien zu erfüllen. Diese sind hier nur grob umschrieben. So muß das Emissionsvolumen mindestens 5 Mio. Euro betragen. Der Anteil der im Streubesitz befindlichen Aktien muß mindestens 20-25 Prozent erreichen. Weiterhin müssen wenigstens 50 Prozent des Emissionsvolumen aus einer Kapitalerhöhung resultieren.
Wichtig sind die Haltepflichten von Altaktionären, die auf mindestens einem halbem Jahr angesetzt sind. Ansonsten wäre der Verdacht des “schnellen Kassemachens”, nicht mehr von der Hand zu weisen. Das bedeutet, dass die Altaktionäre die Unternehmensanteile zum Nennwert (oft 1Euro) gekauft haben, und sie dann für den im Rahmen der Börseneinführung ermittelten Emissionskurs verkaufen. Dazu kommt noch, welches fragwürdige Licht würde auf ein Unternehmen fallen, wenn selbst die Gründer der Unternehmensidee ihre Aktien zu hoch bewertet sehen, keine weitere Phantasie aufbringen und diese verkaufen? Betrachtet ein Unternehmen einen anderen Wert als den Eigenen als eine bessere Anlagemöglichkeit, zeugt das nicht von sehr viel Motivation und Vertrauen in die eigene Gesellschaft.
Weitere Zulassungskriterien sind, daß es zwei aktive Betreuer für den Handel der Aktie geben muß, die dafür sorgen, dass immer Kurse gestellt werden können. Die Transparenz, also die Einsicht in die Unternehmensführung und Bilanzierung, wird mit dem Gang an die Börse stark ausgebaut. Angefangen mit dem Zulassungsprospekt nach internationalen Standards zählen dazu auch Analystenpräsentationen, die Akzeptanz des Übernahmekodexes, Jahresabschluß nach international anerkannten Standards wie IAS oder nach amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätzen (US-GAAP) sowie die Anfertigung und Offenlegung von Quartalsberichten.
Für ein erfolgreiches IPO (Initial Public Offering, auf gut deutsch, Neu-emission) braucht es wenigstens sechs Monate Vorbereitungszeit, von der Idee, über Erstellung des ersten Konzeptes bis hin zur Erstnotiz. Bereits am Anfang ziehen Unternehmens externe IPO-Berater und Finanzberater hinzu. Sie legen erste grundlegende Konzepte und Zeitpläne fest und suchen angesehene Wirtschaftsprüfer auf.
Sehr wichtig ist es, daß sie an einer überzeugenden “Equity-Story” (eine mit viel Zukunftsphantasie angereicherte Unternehmensgeschichte) basteln und diese auch glaubfest potentiellen Investoren vermitteln können. Sie helfen bei der richtigen Auswahl der Konsortialbank, dem sogenannten “Gate-Opener”, der dem Unternehmen das Fenster zum Börsenplatz öffnet.
Bei der enormen Emissionsflut ist es sehr wichtig geworden, ein Konsortium mit sehr guten Renomée zu verpflichten. Viele Analysten, institutionelle Anleger und Fonds-Manager haben gar nicht mehr die Zeit, selbst Unternehmensanalysen zu erarbeiten, und vertrauen daher Wirtschaftsprüfern und Banken, die bereits in der Vergangenheit erfolgreiche Plazierungen tätigten. Zusammen mit einer Kommunikations- und Marketingstrategie in den Printmedien, in der Fernsehwerbung, im Internet und der allgemeinen Pressearbeit wird das Interesse an dem Unternehmen geweckt und forciert. Eine erfolgreiche Emission fand statt, wenn sie möglichst noch vorzeitig geschlossen wird und vielfach überzeichnet wurde.
Da täglich neue Emissionen den Markt stürmen, macht es wenig Sinn, die von unserem Referenten Herrn Heinz Weyershäuser am 20. November dargelegten Einzelwertstatistiken neu aufzuzeigen.
Seit Ende letzten Jahres gibt es ein neues Schwergewicht der Marktkapitalisierung - die BroadVision - , die den damailgen höchstkapitalisierten Neuer- Markt-Wert EM.TV mit 5 Mrd. Euro (Stand Nov.´99) hinter sich ließ. Generell kann man sagen, dass die meisten Werte eine Marktkapitalisierung von 100 – 200 Mio. Euro haben. Es sind aber auch viele in den Bandbreiten zwischen 50 – 100 Mio. und 200 – 500 Mio. gelistet.
Die Kursentwicklung an der Frankfurter Wachstumsbörse hat sehr vielseitige Einflußfaktoren. Zum einem ist sie abhängig vom “großem Bruder der NASDAQ”, aber auch von der allgemeinen Börsenentwicklung in Deutschland und weltweit, von der Zinsentwicklung, von dem Volumina der Neuemissionen und zu guter Letzt von Branchen- und titelspezifischen Faktoren.
Sehr interessant sind in diesem Jahr die riesigen Emissionstranchen der Telekom Töchter T-Online und T-Mobil, sowie die Deutsche Post AG. Gerade bei der Zinsentwicklung lernen alte Profis auch noch mal dazu. In der Vergangenheit begünstigten sinkende Kapital-marktzinsen die Wachstumsaktien, steigende Zinsen ließen diese einbrechen. Neuerdings führen steigende Zinsen auch zu steigenden Kursen der Wachstumsaktien. So soll wohl die entgangene Rendite durch das Wachs-tumssegment kompensiert werden. Vielleicht sind das auch nur überzogene Kurseuphorien, die früher oder später korrigiert werden.
Zum Abschluß des Vortrages teilte uns unserer Referent noch einige Anlageempfehlungen seiner Bank mit. Bleibt zu hoffen, dass alle schön zu gehört hatten und es einige unter uns gibt, die seine Worte beherzigten.
Nachdem uns Manfred Jakob von der BfG Bank in Frankfurt/Main bereits letztes Jahr die Ehre gab, freuten wir uns, dass er auch in diesem Jahr für uns Zeit fand. Mit der Zusage diesmal den Top-Down-Ansatz etwas zu Gunsten der Einzelwertbertachtung chancenreicher amerikanischer Werte zu vernachlässigen, freute sich ein übervoller Raum an Zuhörern auf seine Ausführungen.
Die Anfangsworte galten der Vorstellung seiner Person und der Arbeit der ZVM (Zentrales Vermögens Management) in Mainhatten. Die Aufgabe, die das Team täglich vollbringt, ist das secondary research. Der Traum eines jeden Hobbyspekulanten würde hier Erfüllung finden. Jeder Börsenbrief, jeder Aktiennewsletter, sämtliche Analysen amerikanischer Investmenthäuser flattern dort jeden Tag auf´s neue auf den Schreibtisch oder auf den Bildschirmen der Monitore.
Nach sorgfältigen Ausarbeiten der verschiedensten Analystenmeinungen zu bestimmten Werten fällt einem dann vielleicht die Entscheidung, die man dem Haus und den interessierten Bankkunden in Form des von der ZVM täglich bzw. wöchentlich erscheinenden Anlage-/ Marktflash weitergeben kann, leichter.
Bevor man sich einen Wert näher anschaut, sollte man sich über die Rahmenbedingungen im klaren sein. Anhand von Folien mit Grafiken und statistischen Daten, wie zum Beispiel der Produktion, dem Verbrauch, dem verfügbaren Einkommen, der Rohstoffpreise, mit besonderer Beachtung der gestiegenen Ölpreise, sowie den zu erwartenen Zinsen im mittelfristigen und 30 jährigen Bereich, einhergehend mit Inflations- oder Deflationsängsten kann man Erwartungen über das Börsenklima aufskizzieren. Sorgen dürfte vielen Privatpersonen ein fallender Aktienmarkt bereiten, da man in den Staaten eine stetige Zunahme von Kreditkäufen beobachten kann, ganz im Gegensatz zum Staatshaushalt, der seine alten Geldschulden weiter fleißig tilgt.
Im großem und ganzen stimmen die Marktdaten und sollten den DOW auch dieses Jahr zu neuen Höchstkursen verhelfen.
Mit einer kleinen Auswahl von interessanten Werten und einem anschließenden Frage-Antwort-Spiel, wie es wir Kleinspekulanten lieben, ging der Vortrag auch diesmal recht lange. Ich denke dennoch, dass jeder gerne bereit war, sich mit dem nach Hause gehen zu gedulden. Wann hat man schon die Gelegenheit seine Fragen an jemanden zu stellen, der sich jeden Tag auf´s neue mit der Börse abgeben muß.
Stephan Ludwig