Das kleine Börsen ABC für Einsteiger
Dieses kleine Börsen ABC, mit den wichtigsten und
am häufigsten benutzten Fachbegriffen aus der Börsenwelt,
richtet sich überwiegend an Einsteiger mit geringen Fachkenntnissen
auf diesem Gebiet.
Agio
Aus dem Italienischen stammender Begriff für Aufgeld. Das ist der Aufschlag auf den Börsenkurs oder den Ausgabekurs eines Wertpapiers gegenüber dem aufgedruckten Wert. Das Agio wird in Prozent dieses Nennwertes ausgedrückt.
Aktie
Aktien verbriefen Anteilsrechte an einer Aktiengesellschaft (AG). Sie lauten in Deutschland auf einen bestimmten Nennbetrag (mindestens 5 DM), im Ausland sind vielfach auch nennwertlose Aktien zugelassen. Der Besitzer (Aktionär) ist Miteigentümer der Aktiengesellschaft (AG) oder der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). In beiden Fällen stellen die Aktien ein "Bruchteileigentum" an dem jeweiligen Unternehmen dar und garantieren einen Anspruch auf Beteiligung am ausgewiesenen Jahresgewinn der Aktiengesellschaft in Form der Dividende.
Aktienfonds
Aktienfonds legen die Mittel ihrer Kunden in den Beteiligungspapieren in- und ausländischer Aktiengesellschaften an. Der Vorteil ist, dass der Anleger an den attraktiven Wertsteigerungs- möglichkeiten von Aktien teilhaben kann, das Risiko aber durch die breite Streuung der Fondsmittel im Vergleich zur Einzelanlage in Aktien gering ist.
Aktiensplit
Bei sogenannte Aktiensplitt werden die umlaufenden Aktien einer Aktiengesellschaft eingezogen und entwertet und durch eine höhere Anzahl neuer Aktien ersetzt. Das Verhältnis in dem alte in neue Aktien umgetauscht werden, wird als Splitting-Verhältnis bezeichnet. Der Anteil, den der einzelne Aktionär an dem Unternehmen hält, ist vor und nach dem Stock- Split unverändert. Das Vermögen der Gesellschaft verteilt sich einfach auf mehr Aktien als vorher. Der Stock Split dient vor allem der optischen Verbilligung und damit der Verbesserung der Handelbarkeit der jeweiligen Aktien.
Anleihe
Eine Anleihe (engl. Bond) ist eine langfristige Schuldverschreibung mit fester Verzinsung (in der Grundform) der sich in der Höhe des Kurs ausdrückt. Sie wird anonym an der Börse gehandelt, d.h. sie ist nicht an den Namen des Inhabers gebunden.
Baisse
Langfristiger Abwärtstrend der Kurse. Dieses kann entstehen, wenn langfristig nicht die richtigen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung durch die Politik geschaffen werden.
Beta-Faktor
Neben der Volatilität wird häufig auch der Betafaktor einer Aktie angegeben. Der Betafaktor drückt aus, wie sich die Rendite der betreffenden Aktie verhält, wenn sich die Rendite des Gesamtmarkts um ein Prozent verändert.
Bezugsrecht
Bezugsrechte stellen ein Kaufrecht auf Aktien dar. Sie werden den Aktionären angeboten, wenn die Aktiengesellschaft ihr Grundkapital erhöhen und zu diesem Zweck sogenannte junge Aktien an der Börse platzieren will.
Blue Chip
Blue Chips werden Aktien höchster Qualität von renommierte Unternehmen genannt, die an den wichtigsten Börsen weltweit notiert werden.
Börsenplatz
Ort, wo der Handel mit Wertpapieren stattfindet.
Die wichtigsten Börsenplätze sind Frankfurt in Deutschland, die New York Stock Exchange an der Wall Street, die Londoner Börse und die Börse in Tokio.
Bulle & Bär
Mit dem Bild von den Bullen und den Bären werden in der Börsensprache die beiden widerstreitenden Gruppen am Wertpapiermarkt bezeichnet: Diejenigen, die auf steigende Kurse setzen (Bulle) und die anderen, die eher mit sinkenden Notierungen rechnen (Bär)..
Call
Ein Call gibt dem Käufer das Recht, einen vereinbarten Handelsgegenstand (meist ein Wertpapier), innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem fest vereinbarten Preis zu kaufen.
Chart
Bild des Kursverlaufs einer Aktie über einen bestimmten Zeitraum. Charttechniker versuchen, anhand des Kursverlaufes auf den zukünftigen Trend der Aktie schließen zu können.
Crash
Als Crash wird in an der Börse einen besonders starker Kursrückgang innerhalb eines Handelstages bezeichnet. Dabei geht es nicht um einen starken meist kurzfristigen Kursrückschlag bei einer Aktie oder einer Gruppe von Aktien sondern um Kursverluste auf breiter Front. Davon sind alle an der jeweiligen Börse gehandelten Papiere mehr oder weniger stark betroffen. Ein Crash wird in der Regel von negativen wirtschaftlichen Nachrichten oder Daten ausgelöst, die zu panikartigen Verkäufen der Anleger führen. Im Zeitalter der Computerbörsen kann ein Crash auch durch computergestützte Verkäufe ausgelöst oder zumindest verstärkt werden.
Depot
Das Konto eines Kunden bei einer Bank, auf dem sein Bestand sowie alle Käufe und Verkäufe an Wertpapieren verbucht werden.
Disagio
Unter Disagio und Damnum wird ein Abschlag oder Abzug vom Nennwert bei Wertpapieren oder Krediten verstanden. Bei der späteren Zinsberechnung spielt dieser Abschlag vom nominellen Wert keine Rolle, es wird immer der nominelle Wert zugrunde gelegt.
Dividende
Die Dividende ist der auf eine Aktie anfallende Anteil vom Bilanzgewinn einer Aktiengesellschaft.
Emission
Als Emission wird die Ausgabe von neuen Wertpapieren an Anleger bezeichnet. Die Emission von Wertpapieren dient der privaten Wirtschaft oder der öffentlichen Hand zur Beschaffung von Kapital.
Festgeld
Die Festlegung eines bestimmten Geldbetrages bis zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt. Der Gläubiger stellt diesen Betrag für die vereinbarte Zeit zur Verfügung und erhält dafür eine Verzinsung. Dies wird auch als Festgeldgeschäft bezeichnet.
Gratisaktie
Als Gratis- oder Berichtigungsaktien werden die Aktien bezeichnet, die Unternehmen im Rahmen der Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital ausgeben. Diese Papiere werden oftmals fehlerhaft als Gratisaktien bezeichnet, da sie unentgeltlich an die Aktionäre des betreffenden Unternehmens ausgegeben werden. Da sich das Aktienkapital ebenso wie das Aktienvermögen des Anteilseigners aber durch eine solche Kapitalerhöhung nicht verändert, sondern lediglich auf mehr Aktien verteilt wird, ist der Begriff "Gratisaktie" irreführend.
Hauptversammlung
Die zur Entscheidungsfindung zusammengerufene Versammlung aller Anteilseigner einer Aktiengesellschaft wird als Hauptversammlung bezeichnet. Die Hauptversammlung ist das oberste Organ der Aktiengesellschaft. Die Hauptversammlung trifft alle für die Gesellschaft wichtigen Entscheidungen, wie beispielsweise die Erhöhung oder die Herabsetzung des Kapitals der Gesellschaft, die Verwendung des erwirtschafteten Gewinns oder die Entlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats.
Hausse
Wenn an der Börse die Kurse auf breiter Front oder in bestimmten Sektoren stark steigen und vor allem wenn diese Kursgewinne über einen bestimmten Zeitraum hinweg anhalten oder sich sogar noch beschleunigen, wird dies als Hausse bezeichnet. Sie ist die konträre Entwicklung zur Baisse.
Internetbanking
Abwicklung von Bankgeschäften und anderen Zahlungsvorgängen über Online-Dienste. Die zunehmende Nutzung des Internet und anderer Dienste führt dazu, dass Kreditinstitute ebenso wie viele andere Unternehmen in diesem Medium als Anbieter auftreten.
Kapitalerhöhung
Dies ist ein Mittel zur Finanzierung eines Unternehmens durch Erhöhung des Eigenkapitals. Die möglichen Formen der Kapitalerhöhung richten sich nach der Rechtsform der Unternehmen.
Kassakurs
Als Kassakurs wird der von den Kursmaklern börsentäglich für alle amtlich notierten Aktien berechnete Einheitskurs bezeichnet. Dabei muss zwischen dem Kassakurs unterschieden werden, der für variabel gehandelte Aktien ermittelt wird und dem Kassakurs für Aktien, die ausschließlich am Kassamarkt gehandelt werden.
KGV
Das Kurs/Gewinn- Verhältnis, kurz KGV, ist eine oft verwendete Kennzahl zum Vergleich und zur Bewertung von Aktien. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis drückt aus, wie oft der Gewinn, den ein Unternehmen pro Aktie erwirtschaftet, im Kurs enthalten ist.
Kurszusätze
Kurszusätze geben dem Anleger Zusatzinformationen zu den veröffentlichten Kursen der an der Börse gehandelten Aktien. Die jeweilig verwendeten Kürzel geben Hinweise auf das Zustandekommen einzelner Kurse sowie auf die damit zusammenhängende Börsensituation.
Limit
Das Limit ist die Obergrenze beim Kauf und die Untergrenze beim Verkauf, zu dem das Kreditinstitut den Börsenauftrag eines Kunden abwickeln soll.
Nennwert
Der auf einer Aktie oder Anleihe aufgedruckte DM-Wert des Papiers. Bei einer Aktie gibt der Nennwert an, wie hoch am Betrag gemessen der Anteil ist, den die Aktie am Grundkapital der betreffenden Gesellschaft repräsentiert.
Neuer Markt
Der "Neue Markt" ist ein neuer Teil der Börse Frankfurt, der dem Handel mit Aktien junger Technologieunternehmen aus den Bereichen Umwelttechnik, Biotechnologie, Telekommunikation und Multimedia dienen soll.
Option
Eine Option ist ein Finanzinstrument, das dem Käufer das Recht einräumt, ihn aber nicht verpflichtet, einen vereinbarten Handelsgegenstand (meist ein Wertpapier), innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt und zu einem vorab vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.
Put
Ein Put oder eine Verkaufsoption ist ein Finanzinstrument, das den Verkäufer verpflichtet, einen vereinbarten Handelsgegenstand (meist ein Wertpapier), innerhalb einer bestimmten Frist oder zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt zu einem im Voraus vereinbarten Preis zu verkaufen.
Rendite
Die Rendite bezeichnet den in Prozent ausgedrückten Ertrag eines Investments. Man unterscheidet zum einen zwischen Bar- und Anlagerendite und zum anderen zwischen der sogenannten ex post und der ex ante Rendite. Die Rendite als Kennziffer für den relativen Erfolg einer Geldanlage wird sowohl zur Beurteilung von Anlagen in Aktien, festverzinslichen Wertpapieren und Investmentfonds, als auch zur Erfolgsmessung von Immobiliengeschäften und Unternehmensinvestitionen verwendet.
Reuters
Reuters ist eine englische Nachrichtenagentur, die sich auf Wirtschafts- und Börsenberichterstattung spezialisiert hat.
Shareholder Value
Shareholder Value lässt sich mit dem Begriff Aktionärsvermögen ins Deutsche übersetzen. Hinter diesem Konzept verbirgt sich ein Managementprinzip, dass die Unternehmenspolitik primär auf die Steigerung des Gesamtwerts eines Unternehmens ausrichtet. Der Wert des Unternehmens wird dabei in erster Linie aus der Sicht der Anteilseigner betrachtet.
Stammaktie
Stammaktien sind die Grundform der Aktie in Deutschland. Sie verbriefen dem Inhaber ein Miteigentum an einer Aktiengesellschaft sowie die normalen, im Aktiengesetz festgelegten Rechte und Pflichten.
Tafelgeschäft
Eine Form des Wertpapiergeschäfts, bei dem sich Kauf- und Verkauf sowie die Zinsauszahlung am Bankschalter abspielt: Geld und Wertpapiere werden über den Tisch (die "Tafel") geschoben.
Variabler Markt
Aktienaufträge von 50 Stück - bei 5-Mark-Aktien 100 Stück - oder einem Vielfachen können über den variablen Handel abgewickelt werden. Im Gegensatz zum Kassamarkt werden hier fortlaufend Geschäfte abgeschlossen und Kurse festgestellt.
Volatilität
Der Begriff der Volatilität kommt ursprünglich aus dem Italienischen und bedeutet so viel wie "Flatterhaftigkeit". Die Volatilität drückt das Ausmaß der Renditeschwankungen eines bestimmten Papiers über einen bestimmten Zeitraum aus.
Vorzugsaktie
Vorzugsaktien sind Wertpapiere, bei denen dem Aktionär besondere Rechte eingeräumt werden. Dabei kann es sich ein Vorrecht bei der Gewinnverteilung oder um Mehrstimmrechte handeln.
Wachstumswerte
Unternehmen bei denen besonders gute Entwicklungen in den nächsten Jahren erwartet wird, z.B. in der Form von Umsatz- und Gewinn- steigerungen.
Wertpapier
Als Wertpapiere werden Urkunden bezeichnet, die private Vermögensrechte verbriefen. Über die mit der Urkunde verbundenen Rechte kann derjenigen verfügen, der dazu berechtigt ist.
WKN
Abkürzung für Wert- papierkennummer. Jede Aktie, Anleihe oder Wertpapier besitzt eine derartige Identifikationsnummer.
Xetra
Xetra ist die Bezeichnung für ein elektronisches Handelssystem, das Ende November 1997 an der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt wurde. Es löste zunächst das frühere Ibis-System ab.
Zyklische Werte
Die Kursentwicklung dieser Aktie sind parallel zu den Konjunkturzyklen - so das eine positive Konjunktur zu Steigerungen führt und umgekehrt.